Es gibt Träume, die entstehen im Kinderzimmer, auf staubigen Bolzplätzen oder beim ersten richtigen Spiel vor Publikum. Der Traum, Profisportlerin oder -sportler zu werden, ist einer davon. Für manche ist er greifbar, für andere nur ein Funke Hoffnung. Und genau dort beginnt ein Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird: Absicherung. Und zwar bevor aus einem Talent ein Profi wird.
Als spezialisierter Versicherungsmakler für Profisportlerinnen und -sportler sehe ich beide Seiten sehr deutlich:
- Auf der einen Seite: junge Spielerinnen und Spieler mit einem vorgezeichneten Weg. Bereits sehr jung werden teilweise hohe vier- bis fünfstellige Monatsgehälter gezahlt.
- Auf der anderen Seite: Spielerinnen, Spieler und Eltern, die sich ständig fragen, ob es wirklich für den bezahlten Sport reicht. Die Wahrscheinlichkeit für letzteres ist deutlich höher.
Was beide unterscheidet? Sie bewegen sich versicherungstechnisch in einem völlig eigenen Universum.
Tobias Lommer ist Mitgründer der The Finance Athletes GmbH & Co. KG. Mit seinem Team entwickelt er individuelle Versicherungslösungen für Profisportlerinnen und Profisportler. Oft greift er bei der Absicherung dabei auf Produkte der BarmeniaGothaer zurück. Als Kurator dieser Serie bietet sie spezielle Absicherungskonzepte für Profisportlerinnen und -sportler, insbesondere im Bereich Krankenversicherung.
Absicherung für ProfisportlerBarmenia Maklerservice
Gothaer Partnerportal
Als spezialisierter Versicherungsmakler für Profisportlerinnen und -sportler sehe ich beide Seiten sehr deutlich:
- Auf der einen Seite: junge Spielerinnen und Spieler mit einem vorgezeichneten Weg. Bereits sehr jung werden teilweise hohe vier- bis fünfstellige Monatsgehälter gezahlt.
- Auf der anderen Seite: Spielerinnen, Spieler und Eltern, die sich ständig fragen, ob es wirklich für den bezahlten Sport reicht. Die Wahrscheinlichkeit für letzteres ist deutlich höher.
Was beide unterscheidet? Sie bewegen sich versicherungstechnisch in einem völlig eigenen Universum.
Warum Versicherungen und Profisportler keine „best friends“ sind
Ich fange mal hinten an – also genau da, wo wir im Alltag immer landen:
Sehr häufig melden sich Profisportlerinnen und -sportler bei uns, weil sie etwas „ganz normales“ absichern wollen. Private Krankenversicherung. Krankentagegeld, oft vierstellig pro Tag. Unfallversicherung. Oder klassisch: Sportunfähigkeit, das Pendant zur Berufsunfähigkeit, nur eben für Berufssportlerinnen und -sportler.
Auf dem Papier klingt das simpel. In der Realität ist es eine Bergtour im Winter… ohne Steigeisen.
Problem 1: Viele Versicherer mögen Profisportler nicht
Die Auswahl an Versicherern, die Profisportlerinnen und -sportler überhaupt aufnehmen, ist winzig. Und selbst wenn, dann meist nur mit Sonderbedingungen, Ausschlüssen, Zuschlägen oder über spezialisierte Konzepte. Gerade bei Themen wie Sportunfähigkeit wird es besonders eng:
Eine „normale“ Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es für Profisportlerinnen uns -sportler schlichtweg schlicht nicht. Niemand zahlt monatliche Renten für den Fall, dass eine Spielerin oder ein Spieler die Karriere verletzungsbedingt beenden muss, wie es klassisch bei einer BU der Fall ist.
Was es gibt, ist die Sportunfähigkeitsversicherung. Aber greift erst, wenn die Spielerin oder der Spieler den Sport vollständig und dauerhaft nicht mehr ausüben kann. Das ist ein völlig anderes Leistungsniveau.
Bei der privaten Unfallversicherung ist es ähnlich: Eine vollständig klassische Police, so wie es sie für Handwerkerinnen und Handwerker, Lehrerinnen und Lehrer oder Steuerberaterinnen und -berater gibt, existiert nicht für Profisportler. Selbst wenn man den Sport ausschließen wollte, würde sie angeboten werden.
Ja, es gibt spezielle Unfallversicherungen für Profisportler, hierbei läuft man allerdings mit dem Kopf unter dem Arm herum und für viele Risikosportarten wie beispielsweise Bobfahren ist es auch verhältnismäßig teuer in der Relation zum geringen Einkommen der Sportlerinnen und Sportler.
Problem 2: Die Gesundheitsprüfung ist gnadenlos
Im vergangenen Sommer hatten wir fast eine zweistellige Anzahl an Anfragen allein aus der Bundesliga, die an einer Sache gescheitert sind: der Gesundheit.
Profisportlerinnen und -sportler sind gläsern. Wir bekommen:
- medizinische Leistungsdiagnostiken
- komplette Blutbilder
- MRTs
- Stress-EKGs
- OP-Historien
Da kann niemand sagen: „Ach ja, die Knie-OP 2018… habe ich verdrängt“ und zufällig klappt es mit dem Schutz, wie es viele Marktteilnehmer handhaben, da sie keine Gesundheitshistorien einholen (machen wir übrigens bei JEDEM Kunden so). Wir wissen alles und die Versicherer damit auch.
Das Ergebnis: Zuschläge sind okay, die kann man im Profisport meist zahlen. Das eigentliche Problem sind komplette Ablehnungen, und die gibt es erschreckend oft: Patellarsehnenspitzensyndrom hier, Herzprobleme dort.
Und an diesem Punkt wird klar: Wenn man versucht, eine Spielerin oder einen Spieler erst dann zu versichern, wenn sie oder er bereits im Profibereich ist, dann ist es häufig schon zu spät.
Warum die eigentliche Zielgruppe viel jünger ist
Jetzt kommen wir zum Kern der Geschichte. Lange dachte auch ich: „Ich will die dicken Fische. Die Haalands. Die Bellinghams.“ Und klar, das macht Spaß, da bewegen sich Summen jenseits von Gut und Böse. Aber die Wahrheit ist: Die breite Masse entsteht vorher. Deutlich vorher.
Die wichtigste Zielgruppe sind eigentlich nicht die Profis. Es sind die Jungs und Mädels in den Nachwuchsleistungszentren (NLZ); und diese Aussage ist universell gültig für alle Sportarten.
Das versicherungstechnische Goldstück
Stell dir mal die folgende Spielerin oder den folgenden Spieler vor:
- 15 Jahre alt
- spielt im NLZ eines Bundesligisten
- Vertrag: Fördervertrag
- Vergütung: 150–250 Euro im Monat
- Berufsstatus: Schülerin/Schüler
Sie oder er lebt den Traum, aber er ist noch weit weg vom Profigeschäft. Und genau das ist der Jackpot.
Aus Sicht des Versicherers ist sie oder er eine normaler Schülerin oder ein normaler Schüler, die oder der zufällig ziemlich gut Fußball spielt. Und das bedeutet:
Wir können jetzt alles tun, was später kaum noch möglich ist:
- private Krankenversicherung mit sauberem Gesundheitszustand
- Optionstarif, der später den Wechsel in stärkere Tarifwelten erlaubt
- private Unfallversicherung, die den Fußball im NLZ mitversichert
- private Zusatzversicherungen wie
- stationäre Zusatzversicherung
- ambulante Zusatzversicherung
- Zahnzusatzversicherung
Und all das läuft unter völlig normalen Bedingungen, ohne Profirisiko, ohne Ausschlüsse.
Warum das so entscheidend ist
Je früher eine saubere Gesundheitsakte steht, desto wertvoller wird sie. Denn:
- Verletzungen kommen irgendwann.
- Knie, Sprunggelenk, Leiste, Rücken, irgendwas geht immer kaputt.
- Jeder ärztliche Befund landet in der Akte.
- Je älter der Spieler, desto mehr Einträge.
Im Alter von 15 Jahren kommen selten Meniskus-, Kreuzbandrisse oder chronische Überlastungsschäden selten vor. Mit 23 Jahren hingegen ist es oft zu spät, wie diverse Beispiele zeigen.
Versicherer sehen das. Sie bewerten das. Und sie lehnen ab.
Oder, um es ganz deutlich zu sagen: Was du vor der ersten schweren Verletzung machst, entscheidet oft darüber, ob eine Spielerin oder ein Spieler überhaupt jemals adäquat versicherbar sein wird.
Was Trainer, Eltern, Maklerinnen und Berater tun können
Wer im Umfeld eines Talents arbeitet – egal ob als Elternteil, Spielerberater oder Versicherungsmensch – kann unglaublich viel bewirken. Die Aufgabe ist einfach: Früh anfangen. Sehr früh. Das bedeutet konkret:
1. Gesundheitszustand sichern: sofort!
Private Krankenversicherung inklusive Optionstarif. Damit bleibt das heutige, saubere Gesundheitsbild für die Zukunft eingefroren.
2. Zusatzversicherungen, um die medizinische Versorgung zu verbessern
Gerade im Jugendalter kann die richtige Behandlung über Karriere oder Karriereende entscheiden. Folgende Tarife sind Gold wert:
- stationäre Tarife mit Chefarztbehandlung
- ambulante Tarife mit erweitertem Diagnostikpaket
- Zusatztarife wie „Mehr Komfort“ der Barmenia, die jungen Spielern eine höherwertige Versorgung ermöglichen
3. Nicht nur auf die Profikarriere schauen
Es geht nicht darum, ob jemand Profi wird. Es geht darum, ob wir dem Talent die bestmögliche Chance geben, sich sauber abzusichern.
Vielleicht wird sie oder er Profi. Vielleicht nicht. Aber jeder bekommt so die medizinische Versorgung, die sie oder er benötigt – und die Option, später problemlos in hochwertigere Versicherungswelten zu wechseln.
Und genau hier setzen wir an
Bei The Finance Athletes haben wir uns genau auf diese Lücke spezialisiert: Auf das, was vor dem Profi passiert – nicht nur auf das, was danach kommt.
Wir wissen, wie Versicherer denken.
Wir wissen, wie NLZs arbeiten.
Wir wissen wie Beraterinnen und Berater agieren.
Und wir wissen, wie wichtig es ist, früh zu handeln.
Wenn du also:
- junge Spieler betreust…
- im NLZ Umfeld arbeitest…
- Elterteil bist…
- als Maklerin oder Makler mit Sportlerinnen und Sportlern zu tun hast…
…und du merkst, dass dieses Thema eigentlich schon längst angegangen werden müsste, aber dir das Know-how fehlt: Dann melde dich bei uns!
Wir unterstützen in Kooperationen, wir beraten Spielerinnen und Spieler, Eltern, Vereine sowie Beraterinnen und Berater. Und wir sorgen dafür, dass Talente die Absicherung bekommen, die sie wirklich verdienen. Von Anfang an.
Zum vorherigen Beitrag dieser Reihe: Körper im Risiko, Schutz im Rücken
Titelbild: © Tobias Lommer