Wer bei der Tierkrankenversicherung nur an Hund und Katze denkt, hat den Markt noch nicht vollständig verstanden. Es gibt einige weitere Segmente, die in der Breite kaum gespielt werden, und Wege, den Zugang zur Zielgruppe deutlich zu beschleunigen.
Pferd: die nächste logische Stufe
Wer Hunde und Katzen berät, sollte als nächstes das Thema Pferd in den Blick nehmen. Das ist in meinen Augen die naheliegendste Erweiterung, und sie funktioniert gut, weil die Zielgruppe verhältnismäßig einfach zu identifizieren ist. Eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung ist ein natürlicher Einstiegspunkt. Wer dort schon unterwegs ist, kann die Beratung direkt erweitern.
Die Dynamik ist ähnlich wie bei Hund und Katze: hohe emotionale Bindung, ausgeprägte Bereitschaft zur Absicherung und ein Kostenbewusstsein, das in der Regel durch eigene Erfahrungen mit Tierarztrechnungen bereits vorhanden ist. Das Segment ist zwar etwas spezialisierter, aber mit dem richtigen Wissen gut zugänglich. Was außerdem hinzukommt: Pferde und ihre Haltung sowie (medizinische) Versorgung sind zumeist sehr kostspielig. Halterinnen und Halter wissen also, wie wichtig eine Absicherung für den Ernstfall ist.
Kaninchen, Vögel, Exoten
Jenseits von Pferd, Hund und Katze wird es noch etwas selektiver, aber nicht weniger spannend. Kaninchen sind noch gut handhabbar, ebenso bestimmte Vogelarten wie Papageien. Bei sehr spezifischen Tieren – wie Vogelspinnen, Schlangen oder seltenen Exoten – ist die Zielgruppe so klein, dass regionale Sichtbarkeit kaum mehr ausreicht.
Die Kleintierversicherung bei Cleos Welt – egal ob Kaninchen oder Papagei.
Jetzt mehr erfahrenWer dort beraten will, braucht überregionale Reichweite. Und die geht aus meiner Sicht nur mit konsequentem Social-Media-Einsatz. Aber: Wenn diese Reichweite funktioniert und man sich einen Namen macht, kann das durchaus lukrativ werden.
Übrigens: Falls dies zufällig jemand liest, der eine Vogelspinne besitzt: Melde dich gern bei mir! Den Fall würde ich mir tatsächlich gern mal anschauen… 😉
Kooperationen: der stärkste Wachstumshebel
Wer im Tierkrankenversicherungsgeschäft wirklich wachsen will, kommt auch an Kooperationen nicht vorbei. Sie sind für mein Finanzmakler Team der wichtigste Wachstumstreiber, weil sie neue Kundenpotenziale genau dort zugänglich machen, wo die Zielgruppe ohnehin schon ist.
Tierarztpraxen sind dabei besonders wertvoll, weil sie Vertrauen mitbringen. Eine Empfehlung aus der eigenen Tierarztpraxis hat eine andere Qualität als jede Kaltansprache.
Tierfachgeschäfte liefern zudem Sichtbarkeit und Reichweite. Und Hundeschulen sowie Hundevereine (das ist für uns gerade ein wachsendes Feld) bringen eine Zielgruppe mit, die nicht nur Interesse hat, sondern auch aktiv vernetzt ist.
Wie eine Kooperation wirklich aussieht
Eine entsprechende Kooperation mit einer Tierarztpraxis beginnt mit einem Gespräch und mit der Frage, wie eine echte Win-win-Situation für beide Seiten aussehen kann. Die Zusammenarbeit kann unterschiedlich tief gehen. Niedrigschwellig: Flyer im Wartebereich, ein Hinweis auf der Rechnung. Tiefer: Roll-ups, Buchungslinks, über die Kundinnen und Kunden sich direkt bei unseren Beraterinnen und Beratern einbuchen können. Und in der intensivsten Form: Schulungen des Praxispersonals, damit die Ansprache wirklich sitzt.
In München kooperieren wir mit mehreren Praxen, bei denen unser Hinweis auf jeder Rechnung und in jeder E-Mail-Signatur steht. Das ergibt eine Schlagzahl, die organisch kaum erreichbar wäre. Die Kombination aus dem Vertrauen in die Praxis plus Reichweite macht den Unterschied.
Wie der Einstieg gelingt: meine Empfehlung
Wer das Segment bisher noch nicht gespielt hat, sollte mit einer klaren Reihenfolge starten: zurerst einen Marktüberblick verschaffen und Fachwissen aufbauen. Es gibt nicht viele wirklich gute Tarife. Wer den Markt kennt, merkt das schnell. Dann: den eigenen Bestand auf Potenziale prüfen. Wer hat Hunde, Katzen, Pferde? Das lässt sich mit den richtigen Auswertungen gut identifizieren, für Hund und Pferd beispielsweise auch über eine bestehende Tierhalterhaftpflicht.
Fazit: Beziehungsgeschäft, nicht Produktgeschäft
Tierkrankenversicherung ist kein klassisches Produktgeschäft. Es ist ein Beziehungsgeschäft.
Wer das verstanden hat, versteht auch, warum Tierhalterinnen und Tierhalter so empfehlungsstark sind: Sie kennen andere Tierhalter, tauschen sich aus, reden weiter. Wer in diesem Segment gut berät, wächst – oft ohne es aktiv zu forcieren.
Hohe Kundenbindung, echtes Cross-Selling-Potenzial, eine Zielgruppe, die loyal ist und empfiehlt: Das ist der eigentliche Wert dieses Segments. Wer das früh erkennt, baut sich eine Spezialisierung auf, die langfristig trägt.
Titelbild © Lennard Schwarzer