Maklerkolleginnen und -kollegen unterschätzen oft, wie hoch die Wirkung der stringenten Wiederanlage von Steuerrückerstattungen ist. In der Beratung sage ich es gern flapsig: Dein Urlaub 2025 soll nicht durch deine Steuervorteile finanziert werden. Dieses Geld ist ein wichtiger Baustein für unabhängige Altersvorsorge.
Wir lösen das technisch konsequent: Die Rückerstattungen gehen ausnahmslos ins Depot respektive in die 3. Schicht oder fließen als Sonderzahlung direkt in die Basisrente. Das klingt streng, ist aber essenziell. Zu viele gute Strategien scheitern, weil das Geld spontan ausgeben wird.
Portfolio-Strategien für die Praxis
Das Depot (gegebenenfalls im Rentenmantel einer FRV) zur „Rürup“ zu bauen, heißt für mich: mindestens 70 Prozent des Kapitals gehen breit gestreut in kostengünstige ETFs (MSCI World, Emerging Markets), 20-30 Prozent bleiben flexibel und defensiv als Liquiditätspuffer. Das sorgt für Flexibilität; sei es für Notfälle, Zwischenziele oder zur Reallokation in bewegten Marktphasen.
Wir „labeln“ explizit: Der flexible Teil ist nicht für Konsum gedacht, bleibt aber ein möglicher Airbag, sollte im Leben etwas Unvorhergesehenes geschehen. Nur so gelingt die Balance zwischen steuerlicher Förderung und ausreichender Kapitalverfügbarkeit.
Informationen zu den fondsgebundenen Rentenversicherungen von Swiss Life findest Du im Maklerportal WebOffice:
Swiss Life Maximo: RürupSwiss Life Maximo: Fondsrente
Fehler aus der Praxis: Zwischen guter Idee und fehlender Ausführung
Folgende Fehler sehe ich oft, sowohl auf Berater- als auch auf Mandantenseite:
1. Das Depot wird nach Anlage der Steuerrückerstattung nicht mehr bespart: Der Plan steht, aber niemand denkt daran.
2. Die Steuerrückerstattung wird doch konsumiert: ein neues Auto, ein neues Handy, der Sommerurlaub. Ich lasse mir hier konkret jedes Jahr eine Bestätigung geben, ob die Gelder wie vereinbart verwendet wurden.
3. Eine zu defensive Anlagestrategie in jungen Jahren: Wer zu vorsichtig ist, verschenkt in der langfristigen Entwicklung Rendite.
Loyalität, Service und Prozesspflege: Erfolgsfaktoren für die Beratung
Bei NC Finance arbeiten wir bewusst mit laufenden Servicegebühren. Das verpflichtet uns zu mehreren automatisierten und persönlichen Touchpoints pro Jahr und hält die Mandantinnen und Mandanten auf Kurs; auch in emotional herausfordernden Phasen. Für uns ist eine strukturierte Jahresbesprechung der Depotstrategie Pflicht und kein Goodie.
Neben allen fachlichen Aspekten gehört für uns aber auch echte Kundenbindung dazu. Es ist wichtig, dass Kundinnen und Kunden sich gut betreut fühlen und langfristig von unserer Zusammenarbeit profitieren.
Fazit:
Rürup braucht Disziplin auf Kundenseite und Anleitungskompetenz durch Maklerinnen und Makler.
Steuervorteile clever nutzen, regelmäßige Reinvestitionen steuern, dazu die Freiheit des flexiblen Depots: So wird die eigene Rürup zum Erfolgsmodell.
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Titelbild: © Niclas Denzer