Profifußballer leben den Traum vieler: volle Stadien, millionenschwere Verträge, internationale Anerkennung und ein Leben im Rampenlicht. Doch so glänzend die Karriere auf den ersten Blick erscheint, ist sie gleichzeitig von Unsicherheiten und Risiken geprägt. Eine der größten Herausforderungen ist die eigene Gesundheit - das größte Kapital eines jeden Profis.
Verletzungen gehören zum Alltag
Der Profifußball fordert den Körper aufs Äußerste. Hohe Belastungen, schnelle Richtungswechsel, intensive Zweikämpfe - all das setzt Muskeln, Sehnen und Gelenke enorm unter Druck. Dabei sind Verletzungen keine Ausnahme, sondern Teil des Berufsrisikos. Von Muskelverletzungen über Bänderrisse bis hin zu schwerwiegenden Kopfverletzungen kann alles passieren.
Laut der Seite www.fussballverletzungen.com liegt der Deutsche Meister 2024 Bayer 04 Leverkusen mit durchschnittlich 32 Verletzungstagen pro Spieler am “besseren” Ende der Verletzungstabelle der Saison 2023-24. Rekordmeister FC Bayern München hat am unteren Ende durchschnittlich mehr als 70 Verletzungstage pro Spieler im Mittel zu verzeichnen.
Während kleinere Blessuren oft nur zu kürzeren Ausfällen führen, können schwerwiegende Verletzungen wie ein Kreuzbandriss oder ein komplizierter Meniskusschaden die Karriere nicht nur unterbrechen, sondern sogar gefährden.
Während Profifußballer meistens in den oberen Gefilden der Fußball-Bundesliga in den Genuss bester Behandlung kommen, trennt sich spätestens im Fußball-Unterhaus schon die Spreu vom Weizen. Nicht jeder Verein ist so professionell aufgestellt wie die deutschen Top-Teams und kann dieselbe Versorgung garantieren wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund.
Tobias Lommer ist Mitgründer der The Finance Athletes GmbH & Co. KG. Mit seinem Team entwickelt er individuelle Versicherungslösungen für Profisportlerinnen und Profisportler. Oft greift er bei der Absicherung dabei auf Produkte der BarmeniaGothaer zurück. Als Kurator dieser Serie bietet sie spezielle Absicherungskonzepte für Profisportlerinnen und -sportler, insbesondere im Bereich Krankenversicherung.
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Berufsgenossenschaft mit Grenzen
Grundsätzlich sind Profifußballer in Deutschland durch die gesetzliche Unfallversicherung, also die Berufsgenossenschaft, abgesichert. Verletzt sich ein Spieler im Training oder während eines Spiels, übernimmt diese die Behandlungskosten, da es sich hierbei um einen klassischen Arbeitsunfall handelt.
Auch längere Rehabilitationsmaßnahmen, alternative Heilmethoden oder spezialisierte Therapiemethoden können schnell hohe Eigenkosten verursachen, die von der gesetzlichen Unfallversicherung unter Umständen nicht übernommen werden. Darüber hinaus sind private Unfälle natürlich nicht von der Berufsgenossenschaft versichert. Ein privater Unfall wie beispielsweise der berühmte Skiunfall von Ex-Nationaltorwart Manuel Neuer sei hier ein warnendes Beispiel.
Abgesichert im Ausland
Viele Profis entscheiden sich darüber hinaus bewusst dafür, sich bei schwerwiegenden Verletzungen im Ausland behandeln zu lassen.
Ob innovative Therapien in den USA, renommierte Kniespezialisten in Deutschland oder modernste Reha-Zentren in Spanien - die Qualität und Spezialisierung der Ärzte kann entscheidend für eine schnelle Genesung sein.
Wichtig ist es hierbei, darauf zu achten, dass im Ausland auch die ortsüblichen Kosten übernommen werden, da Operationen in den Vereinigten Staaten deutlich teurer sind als in Deutschland.
Im Tarif einsAexpert+ von der Barmenia sind diese Kosten beispielsweise entsprechend (nach Rücksprache mit dem Versicherer) abgesichert, während es bei alternativen Anbietern eine Deckelung auf in Deutschland übliche Sätze gilt.
Luxus oder Notwendigkeit
Natürlich ist die PKV nicht für jeden Spieler ein Muss. Junge Talente in der Anfangsphase ihrer Karriere müssen oft genau abwägen, ob sie die monatlichen Beiträge tragen können. Aufgrund saftiger Beitragszuschläge im Bereich des Krankentagegeldes liegen die Beiträge spätestens ab dem 21. Lebensjahr wegen der Altersrückstellungen sehr hoch. Sie übersteigen sowohl vor als auch nach Steuern deutlich den Maximalbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung.
Doch je weiter die Karriere voranschreitet und in Richtung 2. Bundesliga aufwärts tendiert, desto sinnvoller wird die Investition in die eigene Gesundheit. Hier sollte jeder Profi die langfristigen Vorteile gegen die kurzfristigen Kosten abwägen. Ob Luxus oder Must-Have - die Entscheidung liegt letztlich bei jedem Einzelnen. Für viele Profifußballer, die ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen wollen, ist die PKV ein klarer Vorteil - auf und neben dem Platz.
Aus meiner Erfahrung weiß ich: Die medizinische Versorgung ist für Profis nur die halbe Miete. Wirklich kritisch wird es, wenn die gesetzliche Absicherung endet und enorme Einkommenslücken entstehen. Genau dieser Frage widme ich mich im nächsten Beitrag.
Titelbild: © Tobias Lommer