Lange galt die private Krankenversicherung (PKV) für viele Angestellte als „Thema für später“. Etwas, worüber man sich vielleicht mit 35 oder 40 Jahren Gedanken macht. Oder erst dann, wenn das Bruttoeinkommen deutlich über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt.
Doch in den vergangenen Jahren verschieben sich die Rahmenbedingungen spürbar, vor allem zu Lasten der gesetzlich Versicherten. Die Beiträge in der GKV erreichen Rekordhöhen, die Rücklagen sind weitgehend aufgebraucht, und immer mehr Gutverdiener stellen sich die Frage:
„Warum zahle ich über 1.100 Euro monatlich für eine Versorgung, die schlechter wird?“
Gerade für Angestellte mit Weitblick bietet sich jetzt die Chance, frühzeitig umzusteigen und dauerhaft zu profitieren. Für Makler, die bisher wenig PKV-Erfahrung haben, ist dieses Thema der perfekte Einstieg: konkret, vergleichbar und mit hoher Relevanz für viele Bestandskunden.
1. Höchstbeiträge in der GKV: 2025 zahlen viele Angestellte so viel wie nie zuvor
Durch die erneute Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) auf 66.150 Euro jährlich sind die GKV-Höchstbeiträge auf ein neues Rekordniveau gestiegen:
- GKV-Höchstbeitrag inkl. Pflegeversicherung (kinderlos): über 1.170 Euro monatlich
- Arbeitgeberzuschuss: ca. 471 Euro GKV und ca. 99 Euro PV
- Eigenanteil für den Angestellten: ca. 600 Euro pro Monat
Dabei ist der Leistungsumfang der GKV seit Jahren tendenziell rückläufig. Viele Leistungen wie Sehhilfen, Zahnersatz, Reha oder alternative Therapien werden gekürzt oder mit steigenden Eigenanteilen versehen. Mit anderen Worten: Der Preis steigt, die Leistung sinkt.
Für viele Kunden entsteht erstmals ein echtes Missverhältnis – besonders dann, wenn sie sich mit den Leistungen der PKV näher befassen.
2. Die Rechnung lohnt sich oft schon ab dem ersten Jahr
Ein typischer Irrtum im Kundengespräch lautet:
„PKV lohnt sich doch erst, wenn ich älter bin und richtig gut verdiene – jetzt ist das zu früh.“
Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Wer frühzeitig wechselt (sofern der Status freiwillig versichert bereits eingetreten ist), sichert sich nicht nur günstigere Beiträge, sondern auch bessere Leistungen und bei richtiger Planung langfristig stabile Bedingungen.
Ein Beispiel
Ein Angestellter, 30 Jahre, 82.000 Euro Brutto pro Jahr:
- GKV-Beitrag (Arbeitgeber + Arbeitnehmer): ca. 1.170 Euro
- PKV-Beitrag mit sehr gutem Tarif (inkl. Beitragsentlastung und Krankentagegeld): ca. 930 Euro
- Arbeitgeberzuschuss: 521 Euro
→ Eigenanteil: ca. 409 Euro – also 181 Euro günstiger als in der GKV (vor Steuern)
Und das bei höherwertiger Versorgung: freie Arztwahl, Chefarztbehandlung, kürzere Wartezeiten, bessere Erstattungen bei Zahnersatz, Vorsorge und Medikamenten.
Hinzu kommt: Wer jung einsteigt, profitiert vom Aufbau der Alterungsrückstellungen und kann gezielt Beitragsentlastungstarife integrieren – zum Beispiel für eine garantierte Beitragssenkung ab dem 67. Lebensjahr.
3. Wechsel ab 2025: Warum sich der Zeitpunkt jetzt besonders lohnt
Neben den steigenden GKV-Beiträgen gibt es weitere Gründe, warum der Wechsel in die PKV genau jetzt strategisch Sinn ergibt:
a) JAEG steigt erneut: Jetzt handeln, bevor die Tür sich wieder schließt!
Wer heute knapp über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt (2025: 73.800 Euro), ist versicherungsfrei und kann wechseln. Doch diese Schwelle steigt jährlich. Wer nicht aktiv plant, kann durch die Anhebung der JAEG zum 1. Januar 2026 wieder unter die Grenze rutschen und verliert dann die Wechseloption.
Daher im September noch die GKV zum 1. Dezember 2025 kündigen und noch dieses Jahr in die PKV wechseln, um gegebenenfalls zum 1. Januar 2026 die Befreiung von der Versicherungspflicht nutzen zu können.
b) Arbeitgeberzuschuss steigt mit – auch in der PKV
Angestellte erhalten 2025 bis zu 471,32 Euro Zuschuss zur PKV: exakt so viel wie zur GKV. Das reduziert den tatsächlichen Eigenaufwand erheblich. Viele Kunden sind überrascht, wie günstig ein hochwertiger PKV-Tarif nach Zuschuss wirklich ist. Und mit jeder Erhöhung in der GKV steigt der Arbeitgeberzuschuss mit.
c) Gesundheitszustand heute besser als morgen
Jede PKV prüft Gesundheitsangaben vor Vertragsabschluss. Wer jung und gesund einsteigt, hat deutlich bessere Chancen auf gute Konditionen – ohne Ausschlüsse oder Zuschläge. Wer wartet, riskiert, dass ein späterer Wechsel aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist.
4. Häufige Einwände und wie du sie souverän entkräftest
Gerade im Angestelltenbereich tauchen in der Beratung immer wieder die gleichen Fragen auf. Hier einige praxiserprobte Antworten für dein nächstes Gespräch:
„Was ist, wenn ich Kinder bekomme? Die sind doch in der GKV kostenlos mitversichert?“
Ja, aber auch in der PKV gibt es bezahlbare Kindertarife mit besseren Leistungen. Die Beiträge sind individuell kalkulierbar und oft günstiger, als viele denken.
„Ich plane eine berufliche Auszeit. Was passiert dann mit meinem Beitrag?“
In der PKV gibt es Lösungen: zum Beispiel eine Anwartschaftsversicherung, Beitragsfreistellung oder Tarifwechsel bei finanziellen Engpässen. Wichtig ist die Beratung vorher, nicht erst im Ernstfall.
„Ich bin doch noch jung – das kommt doch später alles.“
Genau deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt. Du profitierst von niedrigen Einstiegsbeiträgen, baust frühzeitig Rückstellungen auf und sicherst dir so einen stabilen Beitragspfad – bevor dein Gesundheitszustand oder die JAEG dich ausbremst.
Für viele Angestellte ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Wechsel!
2026 bringt eine neue Beitragsrealität in der GKV – vor allem für gutverdienende Angestellte. Wer zukünftig mehr als 600 Euro pro Monat aus eigener Tasche für die GKV zahlen muss, bekommt dafür immer weniger Gegenwert und finanziert ein System mit, das strukturell unter Druck steht.
Die PKV hingegen bietet planbare Beiträge, garantierte Leistungen und echte Wahlfreiheit. Das macht sie besonders attraktiv für junge, gesunde Arbeitnehmer mit stabiler Einkommensperspektive.
Für dich als Makler ist das Thema „PKV für Angestellte“ eine der besten Möglichkeiten, Beratungsmehrwert zu schaffen und dich im Wettbewerb zu differenzieren – ohne komplexe Produktwelten oder Unsicherheiten.
Titelbild: © Irnis Kubat