Ich werde oft gefragt, wie ich auf Tierkrankenversicherung gekommen bin. Die ehrliche Antwort: Es war kein strategischer Masterplan. Meine Verlobte und ich haben selbst zwei Hunde und ein Pferd, und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich über dieses Thema mit Menschen anders ins Gespräch komme als über alles andere. Irgendwie direkter. Persönlicher. Tierhalter unter sich.
Tierkrankenversicherung ist ein emotionales Produkt. Das klingt erstmal banal, ist aber der entscheidende Punkt. Für viele Kundinnen und Kunden ist der Hund, die Katze oder das Pferd nicht nur irgendein Tier, sondern ein echtes Familienmitglied. Genau das prägt jedes Gespräch, und wer selbst weiß, wovon er spricht, hat von Anfang an einen anderen Stand.
Ein Markt, der wächst
Tierkrankenversicherung wächst aktuell schneller als die meisten klassischen Versicherungssparten. Dafür gibt es klare Gründe: Ende 2022 wurde die Gebührenordnung der Tierärzte massiv angepasst, und seitdem ist das Kostenbewusstsein bei Tierhalterinnen und Tierhaltern ein völlig anderes. Viele haben zum ersten Mal erlebt, dass ein Tierarztbesuch richtig teuer werden kann. Der Versicherungsbedarf ist dadurch real gestiegen.
Dazu kommt noch der „Corona”-Effekt, wie ich ihn gern nenne: In den Pandemiejahren haben sich viele Menschen erstmals ein Tier angeschafft und sind oft trotzdem noch gar nicht ausreichend abgesichert. Der Markt ist also nicht nur gewachsen, er ist auch noch längst nicht gesättigt.
Ein unterschätztes Segment
Ich vermute, dass viele Maklerkolleginnen und -kollegen diesen Markt noch unterschätzen. Das erkläre ich mir so: Wer es gewohnt ist, auf hohe Abschlusscourtagen bei BU oder PKV zu schauen, stuft Tierkrankenversicherung schnell als „kleines” Produkt ab. Und ja: Die Einzelprovision ist überschaubar, das stimmt. Aber das ist die falsche Rechnung.
Was dabei übersehen wird, ist die Loyalität dieser Zielgruppe: Wer Tierhalterinnen und Tierhalter einmal gut berät, der bleibt dabei. Wechselbereitschaft? Kaum vorhanden. Cross-Selling-Potenzial? Sehr hoch. Und dann ist da noch ein anderer Vorteil, der oft komplett unterschätzt wird: der niedrige Wettbewerb. Es ist schlicht (noch) nicht viel los in diesem Segment.
Der Türöffner, der wirklich funktioniert
Was Tierkrankenversicherung als Einstiegsprodukt dabei so stark macht, ist die Einfachheit. Keine langen Gesundheitsprüfungen, keine zähen Antragsrecherchen. Der Abschluss geht zügig, die Beratung ist überschaubar. Für Kundinnen und Kunden ist das eine positive Erfahrung: kein Stress, sondern echter Nutzen für etwas, das ihnen sehr am Herzen liegt.
Aus dieser Erfahrung entsteht Vertrauen. Und aus diesem Vertrauen entsteht die nächste Beratung; zu Haftpflicht, Hausrat, BU, Altersvorsorge. Wer über ein emotionales Thema einsteigt, findet Kundinnen und Kunden, die danach deutlich offener sind.
Dieser Beitrag wird kuratiert von Cleos Welt. Als digitaler Tierversicherungsspezialist und Tochtergesellschaft der Uelzener Versicherungen bietet Cleos Welt umfassende Versicherungslösungen für Hund, Katze, Kleintier und mehr.
Alle Leistungen im ÜberblickEmotion ja, aber sachlich bleiben
Ich erlebe in der Beratung immer wieder dasselbe Muster: Wenn es um die eigene BU geht, zögern Menschen. Sie vergleichen Beiträge, wählen manchmal den zweitbesten Tarif oder gar nichts. Wenn es hingegen um das eigene Tier geht, wollen sie meist sofort das Beste. Da muss er Premium-Plus-Tarif her, ohne zu zögern. Was ich mit der Zeit gelernt habe: Tierhalterinnen und Tierhalter entscheiden selten rein rational. Das macht die Beratung leichter. Und gleichzeitig verantwortungsvoller.
Für meine Beratung bedeutet das: emotional abholen, aber sachlich führen. Nicht mit Angst arbeiten. Sondern transparent erklären, was ein Produkt wirklich leistet, wann es sich rechnet und was im Schadensfall passiert. Wer das ehrlich kommuniziert, gewinnt Vertrauen, das lange währt.
Wen aktiv ansprechen?
Die naheliegendste Antwort: Tierhalterinnen und Tierhalter, klar. Aber innerhalb dieser Gruppe gibt es Situationen und Lebenslagen, in denen die Ansprache besonders wichtig ist. Erstmalige Tierhalter unterschätzen den Versicherungsbedarf systematisch. Junge Familien, die gerade ein Tier aufgenommen haben, denken oft noch gar nicht an dieses Thema. Und wer schon lange Tiere hat, hat vielleicht noch nicht die ganz aktuelle Gebührenordnung und ihre Folgen erlebt.
Für mein Team spielt in diesem Zusammenhang auch das Vereinsumfeld eine große Rolle: Durch Vereins-Sponsoring mit unserer neuen Firma VereinsMakler GmbH kommen wir gezielt mit Tierhalterinnen und Tierhaltern in Kontakt. Ergänzt wird das durch Kooperationen mit Tierarztpraxen und Tierfachgeschäften. Heißt im Klartext: Wo die Zielgruppe ist, da sind auch wir als Finanzmakler Team Hannover.
Fazit: ein unterschätzter Markt
Tierkrankenversicherung ist kein Zufallsgeschäft. Es ist ein Segment mit echtem Wachstum, loyaler Kundschaft und einem Einstiegspotenzial, das in der Branche noch massiv unter dem Radar fliegt.
Wer früh einsteigt, baut Spezialisierung auf. Und gleichzeitig eine Zielgruppe, die bleibt und weiterempfiehlt.
Im zweiten Beitrag dieser Reihe steige ich tiefer in die Produktwelt ein: welche Tarife wirklich tragen, wie eine Bedarfsanalyse strukturiert ist und welche Fehler im Leistungsfall immer wieder teuer werden.
Titelbild © Lennard Schwarzer