Viele Maklerkolleginnen und -kollegen befürworten eine vollständige Umschichtung ins Sicherungsvermögen zum Renteneintritt. Aus Tradition, nicht aus Überzeugung. Bei Inflationsraten von 2 Prozent und durchschnittlichen Zinsen innerhalb des Deckungsstockes von 2 bis 3 Prozent (abzüglich Kosten) schrumpft jedoch das reale Vermögen.
Heißt für mich: Das Geld muss länger in der Offensive spielen. Wer sich nur auf Garantien verlassen will, nimmt seiner Kundschaft die besten Chancen auf Vermögensaufbau im Alter.
Die zweite Phase der Vorsorge mit mutigen freien Kapitalströmen
Mein Beratungsansatz setzt konsequent darauf, dass das Kapital auch im Rentenbezug arbeitet. Die Drei-Töpfe-Strategie gibt den Kundinnen und Kunden die nötige Balance:
1. Aggressiver Topf: sang- und klanglos investiert, solange es der Markt hergibt, bei der Swiss Life Maximo Basisrente typischerweise über ein breit gestreutes ETF-Portfolio, ergänzt durch renditestarke Bausteine wie den iShares Listed Private Equity und Private-Equity-Fonds.
2. Defensiver Topf: Umschichtung bei fallenden Kursen, Werterhalt im Fokus.
3. Sicherungsvermögen: der Notfallplan, nur zur Restabsicherung.
Im Core-Satellite-Modell ergänze ich das zentrale Investment mit ausgewählten Satelliten (beispielsweise mit Private Equity oder markanten Sektor-ETFs), um die Gesamtperformance zu potenzieren.
Zahlen, die zählen: Praxiswerte aus echten Vergleichsrechnungen
Der Unterschied, ob das Kapital nach der Ansparphase bei 2 Prozent oder weiterhin bei 6 Prozent investiert bleibt (über zusätzliche 25 Jahre!), ist enorm.
Bei 250.000 Euro Anfangswerten entstehen so im Zeitverlauf schnell Unterschiede von über 100.000 Euro an Zusatzertrag. (Bei dem oben genannten Beispiel sprechen wir über 25 Jahre und einen Zinsunterschied von rund 600.000 Euro!) Natürlich schwankungsabhängig, aber langfristig messbar.
Produktvalidierung, Transparenz und die Zukunft für die Maklerschaft
Ich prüfe neue Produktlösungen stets auf Transparenz und Anpassbarkeit:
- Wie gut lassen sich Fonds im Rentenbezug wechseln?
- Wer steuert die drei Töpfe?
- Werden Zertifizierungen (BaFin, Rating-Agenturen) erfüllt?
Hier lohnt sich immer der Blick in die Schicht 1: Wer hier einen fondsgebundenen Rentenbezug anbieten darf, den kann man auch beruhigt in der privaten Vorsorge mit dem Modell wählen. Gerade Inhouse-Lösungen bieten hier Planungssicherheit und mehr Möglichkeiten, flexibel zu reagieren, falls sich Marktphasen ändern. Viele unterschätzen das noch immer.
Weitere Informationen zum fondsgebundenen Rentenbezug bei Swiss Life:
ProdukthighlightsZielgruppen und Vertriebschancen: für wen sinnvoll?
Für Vermögende mag er eine Option sein, für Normal- und Gutverdiener ist er praktisch unverzichtbar: Wer auf Renditechancen verzichtet, erschwert sich den Vermögensaufbau fürs Alter. Ein fondsgebundener, clever gestalteter Rentenbezug schafft hier mehr Sicherheit.
Gleichzeitig beobachte ich aber auch: Die aktuelle Generation zwischen 20 und 45 ist ETF-affin, informiert und anspruchsvoll in Sachen Kosten und Performance. Sie erwartet flexible, smarte Lösungen ohne angestaubten Deckungsstock.
Markttrends und mein Appell
Der Trend zum fondsgebundenen Rentenbezug ist eindeutig, doch ihre Verbreitung bleibt dennoch hinter den Möglichkeiten zurück. Noch immer haben sowohl auf Anbieter- als auch auf Maklerseite viele die Innovationskraft dieser Produktgattung nicht erkannt. Mein Appell lautet daher: Behandelt das Thema nicht länger als Nische, sondern rückt es ins Zentrum der Beratung.
Fazit:
Mit dem richtigen Mix zur stabilen Wohlstandsleiter: Die Rentenphase ist nicht das Ende des Spiels, sondern die zweite Halbzeit – und nicht wenige Spiele im Sport werden erst in der zweiten Halbzeit entschieden.
Wer das Kapital auch weiterhin für sich arbeiten lässt und clevere Hybridlösungen einsetzt, hebt die Altersvorsorge auf ein neues Level und positioniert sich gleichzeitig progressiv im Markt.
Zum vorherigen Artikel dieser Reihe: Steuerrückerstattung als Superbooster
Titelbild: © Niclas Denzer