Laut Pressemitteilung vom 29. September verknüpft der Agent die Technologieplattform von Jung, DMS & Cie. und die Datenbank von MORGEN & MORGEN mit generativer künstlicher Intelligenz. Er solle definierte Prozesse wie Neuabschlüsse von Sachversicherungsverträgen oder Kundenrückfragen eigenständig bearbeiten und Vermittlerinnen und Vermittler bei wiederkehrenden Aufgaben unterstützen.
Als Ziele nennt das Unternehmen, einfacher Neugeschäft zu generieren, administrative Tätigkeiten zu automatisieren und Informationen intelligent zu verarbeiten. Vermittlerinnen und Vermittler sollen so bei der Betreuung ihrer Kundinnen und Kunden entlastet werden.
Automatisierter Abschluss: Erst Rechtsschutz, dann alle Sparten
Im Zentrum steht der automatisierte Vertragsabschluss. Der Agent lese Online-Leads und Kundennachrichten ein, erkenne deren Inhalt und biete automatisch eine passende Vertragslösung an. Die Kommunikation inklusive Abschluss könne er nach Unternehmensangaben ohne weiteres menschliches Eingreifen übernehmen. Den Anfang soll die Rechtsschutzversicherung machen, später sollen alle Sparten folgen.
Vertragsanalyse, Kundenanfragen: Die weiteren Einsatzfelder
Neben dem Abschluss beschreibt JDC vier weitere Anwendungsfälle. Bei der Vertragsanalyse sollen Unterlagen zu bestehenden Verträgen automatisiert ausgewertet werden. Der Agent identifiziere dabei relevante Vertragsinformationen, Fristen, Änderungen oder Handlungsbedarfe.
Eingehende Kundenanfragen solle er verstehen, Informationen aus den vorhandenen Systemen zusammenführen und daraus vorbereitete Antworten oder nächste Prozessschritte erzeugen. Bei Vertragsänderungen, etwa von Adress-, Bank- oder Kontaktdaten, erfasse er die nötigen Informationen, bereite den Vorgang vor und stoße definierte Folgeprozesse an.
Im Bestandsmanagement erkenne die KI laut Mitteilung Handlungsbedarfe und Fristen und könne selbstständig Wiedervorlagen oder Folgeaktivitäten initiieren.
Ersatz oder Entlastung für Maklerinnen und Makler?
Das Unternehmen betont, der Agent solle Vermittlerinnen und Vermittler nicht ersetzen. Im Mittelpunkt stünden die Unterstützung und Automatisierung von Prozessen.
CEO Dr. Sebastian Grabmaier spricht von einem „digitalen Mitarbeiter“, der Aufgaben selbstständig bearbeiten könne. Seine Einschätzung: „Künstliche Intelligenz wird zunehmend zu einem praktischen Werkzeug im Arbeitsalltag von Vermittlern – und genau hier setzen wir an.“
COO Dr. Ramona Evens ordnet die Entwicklung grundsätzlicher ein.
Wir erleben gerade den Übergang von klassischen Plattformlösungen zu intelligenten Systemen, die nicht nur Informationen bereitstellen, sondern Aufgaben selbstständig ausführen können.
Für JDC bedeute das vor allem Skalierbarkeit. Man könne nach ihren Worten „steigende Volumina effizient verarbeiten“, Partner entlasten und zugleich die Qualität im Kundenservice sichern.
Mit dem Agenten und weiteren KI-Systemen will JDC nach eigener Darstellung technologische Innovationen frühzeitig für den Versicherungs- und Finanzvertrieb nutzbar machen und die Effizienz digitaler Vermittlungsprozesse erhöhen.
Noch nicht für Maklerinnen und Makler verfügbar
Der Agent soll zunächst nur für ausgewählte Anwendungsfälle eingesetzt und danach schrittweise um weitere Funktionen erweitert werden. Vorerst stehe er internen Teams zur Verfügung. Nach erfolgreicher Einführung solle er Maklerinnen und Maklern vorgestellt werden. Weil der Agent in das bestehende JDC-Ökosystem integriert ist, könnten dabei vorhandene Daten, Prozesse und Schnittstellen genutzt werden.
Titelbild: © Dr. Ramona Evens, JDC