Basisrentenverträge haben kein glamouröses Image. Teilweise liegt es an der Vergangenheit, vieles liegt auch an Halbwissen über Kosten, „Kapitalfalle“ und fehlende Flexibilität. In den Beratungen hole ich die Diskussion auf eine andere Ebene: Die Basisrente ist nie das Produkt für schnelle Gewinne, sondern ein steuerlich subventionierter Motor gegen das unterschätzte Risiko der Langlebigkeit.
Staatliche Förderung ist grundsätzlich ein Vorteil, entscheidend ist aber, wie man damit umgeht. Wer die Steuerrückerstattung für kurzfristigen Konsum nutzt, verfehlt den Zweck der Altersvorsorge. Erst durch Reinvestition entsteht der gewünschte langfristige Effekt.
Der unterschätzte Hebel für Gutverdiener und Selbstständige
Die Basisrente entfaltet ihren Charme, wenn man den steuerlichen Effekt konsequent zu Ende denkt. Mein Lieblingsbeispiel: 6.000 Euro Beitrag, 42 Prozent Steuerrückerstattung, also 2.500 Euro zurück, die sinnvollerweise sofort wieder investiert werden sollten (beispielsweise über ein ETF-Depot oder eine Fondsgebundene Rentenversicherung). Das multipliziert den Sparhebel auf 8.500 Euro reale Sparleistung: ein Effekt, der mit normalen Renditen am Kapitalmarkt schwer zu schlagen ist. Während sich zudem der eigentliche Gestaltungsspielraum durch flexible Zuzahlungen eröffnet.
Aber das geht nur, wenn man mit Kundinnen und Kunden eine jährliche Struktur etabliert, durch die die jährliche Rückerstattung konsequent reinvestiert wird. Andernfalls verpufft der Effekt. Ich nehme meine Mandantinnen und Mandanten diesbezüglich an die Hand: Ab Januar erinnere ich an die Geltendmachung in der Steuererklärung und unterstütze bei der Umleitung ins Depot oder als Sonderzahlung erneut in die Basisrente.
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Swiss Life Maximo: Rürup
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Weitere InformationenUnd selbstverständlich schreiben wir unsere Mandanten auch im November und Dezember an und weisen gezielt auf die Möglichkeit von Zuzahlungen hin. Denn nur durch diese Pflegearbeit entfaltet das Modell sein Potenzial.
Kapitalbindung als Stärke, nicht als Nachteil
Viele kritisieren die mangelnde Auszahlungsflexibilität der Basisrente. Ich drehe das Argument um: Tatsächlich ist diese Unzugänglichkeit der beste Schutz gegen das eigene, oft impulsgesteuerte Konsumverhalten.
Es ist wie mit dem Rauchen: In der Theorie weiß jeder, dass dieses Verhalten schädlich ist, in der Praxis tun es dennoch Millionen von Menschen.
Dass die Basisrente keine Möglichkeit beinhaltet, sich etwa vorzeitig das angesparte Kapital auszahlen zu lassen, führt zu einer Art Zwangsspareffekt, der einem im Alter zugutekommt. Ein Fondsinvestment für die Steuerrückerstattungen, sei es innerhalb eines Depots oder der dritten Schicht, bietet eine zusätzliche Komponente, die den flexiblen Vermögensaufbau mit der privaten Altersvorsorge kombiniert.
Die Basisrente im Vergleich: Was taugen Alternativprodukte?
- ETF-Sparplan: Super, wenn man eisern bleibt. Aber in der Praxis geht fast jeder früher oder später an das Geld, schichtet in Krisenzeiten um und macht sich durch beides den Zinseszinseffekt kaputt.
- Riester und bAV: Bei Riester und in der betrieblichen Vorsorge spielen nach wie vor vorgeschriebene Kapitalgarantien eine große Rolle. Diese können je nach Tarif und Ausgestaltung negative Auswirkungen auf den Renditeerfolg haben. Hier nimmt die Basisrente eine besondere Rolle ein, da der Gesetzgeber eben keine Kapitalgarantie zwingend vorschreibt.
- Private Rentenversicherung: Sie kann (bei guter Vertragsgestaltung) eine sinnvolle Option sein und bietet im Vergleich zum reinen ETF-Sparplan deutliche Steuervorteile. Im direkten Vergleich zur Basisrente schneidet sie jedoch oft weniger attraktiv ab, da die Beiträge nicht steuerlich absetzbar sind und somit keine Steuerrückerstattungen zur Reinvestition zur Verfügung stehen. Dafür ist eine deutlich flexiblere Kapitalverfügbarkeit ein maßgeblicher Vorteil. Auch das Thema der Vererbbarkeit ist durchaus positiv hervorzuheben.
Praxisrechner statt Bauchgefühl
Schwierig zu erklären, jedoch zwingend notwendig: Die Basisrente setzt auf die vorausgedachte Steuerprogression. Ich rechne mit meinen Mandantinnen und Mandanten knallhart die Netto-Aufwände durch, mache sichtbar, wie der Hebel in der Einzahlungs- und in der Auszahlungsphase wirkt.
Es ist immer Ziel, in der Rente eine möglichst hohe Steuerlast zu haben. Denn: Hohe Abgabenlast = Hohe Einkommen. Die Realität zeigt jedoch oft etwas anders.
Hier findest Du weiterführende Informationen zur fondsgebundenen Rentenversicherung Swiss Life Maximo:
Swiss Life Maximo: FondsrenteSonderzahlungen als Turbo und Rechtssicherheit durch Bestandsschutz
Ich empfehle unseren Mandantinnen und Mandanten, Überschüsse am Jahresende gezielt als Turbo zu nutzen: Also durch Sonderzahlungen die Steuerlast des laufenden Jahres zusätzlich zu senken.
Die Diskussion um Rechtsänderungen sehe ich entspannt: Die Erfahrung zeigt, dass Altverträge in 99 Prozent der Fälle im Rahmen des Bestandsschutzes geschützt bleiben. Anpassungen müssen wir als Berater flexibel begleiten.
Fazit: Chef der eigenen Altersvorsorge sein
Die Basisrente ist mehr als ein Produkt: Sie ist ein Werkzeugkasten, der, wenn er richtig genutzt wird, erhebliche Steuervorteile bietet und das Langlebigkeitsrisiko des Einzelnen absichert.
Der entscheidende Punkt: Wir als Maklerinnen und Makler müssen den Beratungsprozess so führen, dass die Effekte nicht nur auf dem Papier sichtbar sind, sondern auf Kundenseite tatsächlich verstanden und effektiv genutzt werden.
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Titelbild: © Niclas Denzer