Zum Inhalt springen
  • Themen
    • Prozesse
    • Beratung
    • Spezialisierung
    • Unternehmertum
    • Alle Beiträge
  • Skills
    • Mental Hacks
    • Le Bonmot
    • Content mit Kopf
  • Menschen
    • Autoren
  • Unser Why
    • Die Crew
  • Kontakt
  • Themen
    • Prozesse
    • Beratung
    • Spezialisierung
    • Unternehmertum
    • Alle Beiträge
  • Skills
    • Mental Hacks
    • Le Bonmot
    • Content mit Kopf
  • Menschen
    • Autoren
  • Unser Why
    • Die Crew
  • Kontakt
Facebook Instagram Linkedin Paper-plane

Das teuerste Bauchgefühl der Branche

Wenn das „Wann“ klar ist, aber nicht das „Wer“

  • Maklermarkt, Unternehmertum
  • Andreas W. Grimm
Andreas Grimm im Gespräch

Inhaltsverzeichnis für diesen Beitrag

In Beratungsgesprächen erlebe ich immer wieder dasselbe Muster: Makler, die das Thema Nachfolge schon eine Weile mit sich tragen, haben sich intensiv damit beschäftigt, wann sie übergeben wollen – aber kaum damit, an wen. Das „Wann“ fühlt sich greifbar an: ein Alter, ein Datum, ein Gesundheitszustand. Das „An wen“ dagegen ist unbequemer, weil es Entscheidungen verlangt, die man immer noch ein bisschen weiter aufschieben kann.

Häufig entscheidet dann der Zufall: Man trifft jemanden auf einer Veranstaltung, ein Interessent klingt am Telefon sympathisch, und plötzlich ist der „Nachfolger“ gefunden. Oder es entscheidet das Bauchgefühl: „Der ist umgänglich, der macht das schon.“ Doch weder Zufall noch Sympathie ersetzen unternehmerische Eignung. Und genau hier beginnen die größten Fehler in der Nachfolgeplanung.

Sympathisch reicht nicht

Wir haben erlebt, wie ein vermeintlich perfekter Nachfolger – jung, digital, dynamisch – einen langjährig gewachsenen Privatkundenbestand binnen zwei Jahren zum bloßen Vertriebskanal degradierte. Nicht aus böser Absicht, sondern weil seine Vorstellung von guter Betreuung schlicht eine andere war. Standardisierte Prozesse statt persönlicher Gespräche, Produktumsatz statt Beziehungspflege. Das war für ihn modern und effizient. Für die Kundschaft war es ein Grund zu gehen. Für den Verkäufer war es ein Grund, den variablen Teil seines Kaufpreises nie vollständig zu erhalten.

Der Senior hatte im Vorfeld nicht geprüft, wie dieser Kandidat für die Nachfolge in der Vergangenheit mit übernommenen Beständen umgegangen war. Er hatte keine Referenzgespräche geführt. Er hatte nie gefragt, welche Vorstellung der Käufer von Beratungsqualität hat. Und er hatte nie definiert, was er selbst für seinen Bestand erwartet: wie seine Kunden künftig betreut werden sollen, was aus dem Team wird, welche Beratungsphilosophie er für richtig hält. Wer das nicht definiert, kann auch nicht prüfen, ob ein Kandidat dazu passt.

Bestandskäufer oder echter Unternehmensnachfolger?

Die meisten Nachfolger im Markt kaufen übrigens keinen Makler, sondern einen Bestand. Das ist ein Unterschied: rechtlich, steuerlich und vor allem mental. Eine Bestandskäuferin oder ein -käufer sieht Kundenlisten, Courtagevolumina und Renditepotenzial. Eine echte Unternehmensnachfolgerin oder ein echter -nachfolger übernimmt Verantwortung für Menschen, Prozesse und Marktposition.

Wer nur auf schnelle Margen und Cross-Selling schaut, wird kaum in langfristige Kundenbeziehungen investieren. Wer vor allem in Prozessen und Skalierung denkt, denkt nicht in Beziehungen. Das muss kein Problem sein, aber es muss zur eigenen Ausgangslage passen. Wer wegen seiner Persönlichkeit und seiner persönlichen Präsenz erfolgreich war, braucht einen Nachfolger mit Zeit für Beziehungsaufbau. Wer ein starkes Team hinterlässt, braucht jemanden mit Führungskompetenz.

Ohne Finanzierung keine Nachfolge

Unabhängig davon, was eine Seniormaklerin oder ein Seniormakler sich von der Nachfolge erwartet, gibt es ein Kriterium, das in jedem Fall am Anfang stehen muss: die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kandidaten. Mein Tipp daher: Lass dir frühzeitig Finanzmittel oder eine belastbare Finanzierungszusage nachweisen! Wer dazu nicht bereit oder in der Lage ist, braucht gar nicht erst weiterzumachen. Das ist keine Frage des Misstrauens, sondern der Seriosität auf beiden Seiten.

Die zeitliche Dimension hat zwei Seiten, die beide bedacht sein wollen: Passt der Zeitplan des Kandidaten zum eigenen? Wer sofort aus dem Tagesgeschäft aussteigen möchte, benötigt einen erfahrene Käuferin oder einen erfahrenen Käufer, die oder der das Ruder sofort übernehmen kann.

Wer eine gestaffelte Übergabe plant, kann auch eine jüngere Nachfolgerin oder einen jüngeren Nachfolger wählen, muss dann aber bereit sein, noch einige Zeit involviert zu bleiben. Und noch wichtiger: All diese Überlegungen setzen Zeit voraus. Wer erst sucht, wenn der Ausstieg bereits unmittelbar bevorsteht, hat schon verloren. Die Nachfolgerwahl ist keine Aufgabe für die letzten sechs Monate, sondern für die letzten zwei bis drei Jahre.

Wer allerdings ausschließlich den höchsten Preis erzielen will, muss sich viele dieser Fragen tatsächlich nicht stellen. Alle anderen sollten ihre Kriterien definieren, bevor sie suchen – sonst wählt am Ende nicht die Seniorin oder der Senior ihre oder seine Nachfolgerin beziehungsweise ihren oder seinen Nachfolger, sondern der Nachfolger wählt sich seinen Senior. Und das, so unsere Erfahrung, geht regelmäßig zu Lasten der Verkäuferin oder des Verkäufers.

Der teuerste Fehler in der Nachfolgeplanung ist nicht der falsche Kaufpreis. Es ist der falsche Käufer.

Titelbild: © Andreas Grimm

Loading...
Autor

Andreas W. Grimm

Andreas Grimm, Geschäftsführer des Resultate Instituts, ist ausgewiesener Experte für Nachfolgeplanung und M&A im Maklermarkt – mit langjähriger Erfahrung, fundierter Expertise und einem klaren Fokus auf nachhaltige Lösungen für Vermittlerbetriebe.
  • +49 (0)89 94 39 64 00 0
  • Nachricht schreiben
  • Termin vereinbaren
Mehr über Andreas W. Grimm
Loading...
Loading...

Kommentare & Diskussion

Der Maklerblog lebt von Teilen und Gemeinschaft, vom offenen Austausch und durch den Dialog auf Augenhöhe. Denn nur so können unsere Inhalte auch laufend immer besser werden. Du hast Anregungen, Ergänzungen – oder gern auch Kritik zu diesem Beitrag? Dann schreib sie gern hier in die Kommentare. Nach kurzer Prüfung durch unsere Redaktion und den Autor / die Autorin geht Dein Kommentar online. Lieben Dank schon jetzt für Deinen Beitrag.

0 Kommentare
Ältester
Neuester Meistbewertet
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag
Auch interessant

„Das Versorgungswerk allein reicht nicht“

  • Navpreet Singh

„Für Kammerberufler gelten andere Regeln”

  • Tim Sander

How to: Steueroptimierte Beratungskonzepte

  • Kimberly Elsholz

Der Maklerblog ist das erste Fachmedium der Versicherungs- und Finanzwirtschaft, das von der Community für die Community gestaltet wird.

Im Ökosystem des Maklerblogs tauschen Expertinnen und Experten aus Maklerunternehmen, Gesellschaften und anderen Playern der Branche solidarisch ihr Wissen. Denn nur gemeinsam wird die Branche stärker und zukunftsfähiger.

Neben den Publikationen auf der Plattform findet Ihr unseren Content multimedial präsent auch auf allen relevanten Social Media-Plattformen und in diversen weiteren digitalen Medien.

Ein Projekt von:

NewFinance Mediengesellschaft mbH
Planegger Straße 9a, 81241 München

redaktion@newfinance.de
www.newfinance.de

Socials
Facebook Instagram Linkedin
© 2026 NewFinance Mediengesellschaft mbH
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Cookie-Einstellungen
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Cookie-Einstellungen
CloseMenu

Am Ball bleiben ...

mit unseren Maklerblog Insider-News:
DSGVO-Erklärung

Für den Versand unserer Newsletter nutzen wir rapidmail. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie zu, dass die eingegebenen Daten an rapidmail übermittelt werden. Beachten Sie bitte auch die AGB und Datenschutzbestimmungen.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen auch schon die erste E-Mail geschickt und bitten Sie, Ihre E-Mail-Adresse über den Aktivierungslink zu bestätigen.
Your browser does not support the audio element.

Bereit für den Risktrail?

3 Tage Austausch, Impulse und echte Zusammenarbeit zum Thema Risikovorsorge.

Veranstaltet wird der RiskTrail in Kooperation mit der DELA und der BarmeniaGothaer.

Jetzt Einladung sichern

27. – 29. Mai 2026
Baumhaus Resort Tripsdrill

Newsletter abonnieren
wpDiscuz