Letzte Folge der Videoreihe „One on One“ mit Roland Aue (Nürnberger Lebensversicherung AG) und Guido Babinsky (CORLEOS GmbH), moderiert von Dr. Rainer Demski: Zum Abschluss wird es besonders greifbar. Anhand von drei realen Leistungsfällen zeigen beide, wie unterschiedlich Wege zur Anerkennung aussehen können.
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Mehr InformationenWenn Webmeetings zum Kraftakt werden
Im ersten Fall, einer schweren psychischen Erkrankung, schildert Guido Babinsky, wie herausfordernd allein die Kommunikation mit dem Mandanten war:
„Der Mandant war in der Tat wirklich gesundheitlich so beeinträchtigt, dass teilweise Telefontermine und auch Webmeetings abgebrochen werden mussten.“
Weil objektivierbare Unterlagen fehlten, stellte sich für Babinsky die zentrale Frage: „Wie soll ich es beweisen?“, schließlich liegt die Beweispflicht bei der Kundin oder dem Kunden. Die Nürnberger leistete dem Mandanten daraufhin aus Kulanz eine Überbrückungszahlung, bis ein Gutachten die Berufsunfähigkeit bestätigte.
Im zweiten Fall, einer mittelgradigen depressiven Episode, führte eine besonders umfangreiche und sorgfältig aufbereitete medizinische Dokumentation dazu, dass gar kein Gutachten nötig war und die Leistung sogar rückwirkend über das Antragsdatum hinaus anerkannt wurde.
Der dritte Fall dreht sich um Post-COVID, eine noch junge, schwer objektivierbare Erkrankung. Guido Babinsky beschreibt die enge, teils zweimal wöchentliche Betreuung der Mandantin über einen langen Weg der Ausschlussdiagnostik, bis ein Schmerztherapeut entscheidende Hinweise lieferte. Roland Aue erläutert dazu ein neues gutachterliches Vorgehen der Nürnberger: eine Untersuchung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, um Schwankungen der Leistungsfähigkeit objektiv sichtbar zu machen.
Zum Abschluss gibt es noch eine humorvolle, aber ernst gemeinte Frage: Was halten die beiden davon, Leistungsanträge mit ChatGPT oder Claude auszufüllen? Beide sind sich einig, dass davon dringend abzuraten ist, weil KI-generierte Antworten im Abgleich mit echten Unterlagen schnell auffallen und den Leistungsfall nur verzögern.
Zwischen Kulanz und Kontrolle
Die fünfteilige Reihe „One on One“ zeigt eindrücklich, wie viel Fachlichkeit, Kommunikation und Kooperation zwischen Versicherer und Versicherungsberatung nötig sind, damit ein Leistungsfall für Kundinnen und Kunden am Ende gut ausgeht, und macht gleichzeitig deutlich, an welchen Stellen die Branche noch Hausaufgaben zu erledigen hat.
Titelbild © NewFinance