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Mitwachsen statt nachbessern

Fachliche Leitplanken für stabile BU-Beratungen in frühen Lebensphasen

  • Beratung, Spezialisierung
  • Kai Schmied
Kai Schmied zuckt mit Schultern als Symbol für Unsicherheit bei BU-Entscheidungen

Inhaltsverzeichnis für diesen Beitrag

Die BU-Beratung für junge Kundinnen und Kunden unterscheidet sich grundlegend von der Beratung etablierter Erwerbstätiger. Studierende sowie Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger stehen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Die Zukunft ist offen, die finanziellen Spielräume sind oft begrenzt. Gerade deshalb braucht diese Zielgruppe eine besonders durchdachte Absicherung. Denn was heute passt, muss auch in zehn oder zwanzig Jahren noch funktionieren.

Flexibilität als Grundprinzip

Studierende wissen in der Regel noch nicht, wohin ihr beruflicher Weg führen wird. Sie kennen weder das spätere Einkommen noch die konkrete Tätigkeit oder den beruflichen Status. Bei Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern zeichnet sich oft eine Richtung ab, während etablierte Erwerbstätige ihren Weg meist klarer einschätzen können.

Gerade bei Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern muss deshalb die Flexibilität im Mittelpunkt stehen. Die Absicherung muss sich anpassen lassen. Das betrifft beispielsweise eine Dienstunfähigkeitsklausel für eine mögliche Beamtenlaufbahn, eine passende Umorganisationsklausel für Selbstständige oder Erhöhungsoptionen zur Anpassung der BU-Rente an steigendes Einkommen.

Kuratoren-Info

Dieser Beitrag wird kuratiert von der Dialog Versicherung. Als Maklerversicherer und Generali-Tochter hat sich die Dialog auf BU-Lösungen für junge Zielgruppen spezialisiert, mit flexiblen Tarifen, Nachversicherungsoptionen und Karrieregarantie.

Highlightblatt herunterladen Mehr Infos zur BU für junge Leute

Merke: Ein Vertrag kann an vielen Stellen flexibel oder unflexibel sein. Wenn der spätere Weg noch offen ist, sollten möglichst viele Türen offenbleiben.

Nachversicherungsoptionen als Kernbaustein

Nachversicherungsoptionen spielen in meiner Beratung eine zentrale Rolle. Gerade junge Menschen starten meist mit einer geringeren BU-Rente. Ich empfehle bei Schülerinnen und Schülern mindestens 1.000 Euro, bei Studierenden mindestens 1.500 Euro monatliche BU-Rente.

Gemessen an der Empfehlung, mindestens 60 Prozent des Bruttoeinkommens abzusichern, liegen diese Beträge bei späteren Akademikergehältern deutlich darunter. Um diese Lücke später schließen zu können, braucht es gute Erhöhungsmöglichkeiten.

Ich erkläre konkret, welche Ereignisse eine Nachversicherung ermöglichen können, etwa der Berufseinstieg, relevante Gehaltserhöhungen, Heirat, Kinder oder der Kauf einer Immobilie. Besonders den Berufseinstieg begleite ich aktiv, damit diese Möglichkeit nicht ungenutzt verstreicht.

Fristen im Blick behalten

Viele dieser Ereignisse sind an Fristen gebunden. Anpassungen müssen zeitnah erfolgen. Deshalb arbeiten wir mit einem jährlichen Servicecheck. Unsere Kundinnen und Kunden erhalten einen Online-Fragebogen, in dem wir relevante Veränderungen abfragen. Wenn sich etwas ergeben hat, gehen wir aktiv auf sie zu.

Zusätzlich erinnern wir an Optionen, die innerhalb der ersten Jahre auch ohne konkretes Ereignis möglich sind. Denn niemand erinnert sich fünf Jahre später noch an jedes Detail einer Beratung.

Finanzielle Spielräume realistisch einschätzen

Junge Kundinnen und Kunden verfügen häufig über begrenzte finanzielle Mittel. Manchmal übernehmen die Eltern die Beiträge, manchmal finanzieren Studierende den Schutz selbst, etwa über BAföG oder Nebenjob. Dann sind Kompromisse nötig.

Wichtig ist mir, nicht an der falschen Stelle zu sparen. Das Endalter empfehle ich grundsätzlich bei 67 zu belassen. Es ist wahrscheinlicher, dass wir länger arbeiten müssen, als dass wir früher aufhören können. Lieber kündige ich eine BU später, wenn Sie wirklich nicht mehr gebraucht wird, als, als mit 67 ohne Schutz dazustehen.

Einsparungen können eher über eine niedrigere Anfangsrente, einzelne Bausteine oder Starter-Tarife erfolgen. Diese sind über die Laufzeit meist etwas teurer, ermöglichen aber überhaupt erst den Einstieg. Und ein früher Einstieg bleibt in der Regel günstiger als ein späterer.

Die Gefahr starrer Verträge

Vor kurzem hatte ich mal wieder einen Termin mit einem langjährigen Kunden, der sich damals bewusst gegen eine Dynamik entschieden hatte. Er wollte eine möglichst günstige Absicherung, hat wenig versichert und meinte, eine Dynamik sei nicht notwendig. Obwohl ich erklärt habe, dass wir damit die BU-Rente langfristig steigern können, blieb er bei seiner Entscheidung.

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Jetzt, einige Jahre später, hat der Kunde starke Rückenprobleme. Der Kunde wusste, dass sein Risiko deutlich gestiegen war, und wollte seine BU anpassen. Da keine Dynamik vereinbart war, lag die Rente weiterhin bei 1.000 Euro. Wir konnten sie nur über einzelne Ereignisse erhöhen, bis zum vertraglichen Maximum von 2.500 Euro.

Heute verdient diese Person sehr gut, im fünfstelligen Monatsbereich. Die 2.500 Euro BU-Rente sind im Verhältnis zum Einkommen viel zu niedrig. Eine weitere Erhöhung ist nicht möglich, eine neue BU scheitert an den Gesundheitsfragen. Diese Situation ist für den Kunden extrem frustrierend, aber vertraglich nicht mehr zu ändern.

Genau deshalb versuche ich, das Thema von Anfang an klar zu vermitteln.

Eine Dynamik kann man aussetzen, Erhöhungsoptionen muss man nicht nutzen. Aber sie zu haben, ist entscheidend.

Kundinnen und Kunden sind später oft sehr dankbar, wenn diese Optionen noch vorhanden sind.

Was eine fundierte Empfehlung ausmacht

Am Anfang steht immer das Thema Gesundheit. Wir brauchen einen Tarif, der verständlich fragt und keine unnötigen Haftungsrisiken birgt. Idealerweise wird konkret nach ärztlicher Beratung, Untersuchung oder Behandlung gefragt und nicht pauschal nach Beschwerden.

Danach geht es um das Preis-Leistungs-Verhältnis. Nicht immer ist der günstigste Tarif der beste. Kleine Mehrkosten können sinnvoll sein, wenn die Leistungen deutlich besser sind. Bei größeren Preisunterschieden kann man abwägen, aber bei geringen Differenzen würde ich immer die bessere Lösung wählen. Das muss aber die Kundin oder der Kunde entscheiden. Für manche ist Preis oder Preis/Leistung entscheidend, manche sind auch bereit deutlich mehr für bessere Leistungen zu zahlen. Hier rate ich, niemals nur von sich selbst ausgehen.

Und schließlich geht es um die Flexibilität des Tarifs. Anpassungen bei Einkommen, Beruf, Lebensplanung oder Hobbys müssen möglich sein, auch dann, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert.

Fazit: Heute flexibel, morgen abgesichert

Eine fundierte BU-Empfehlung im jungen Segment ist kein starres Konstrukt, sondern ein mitwachsender Schutz. Die Herausforderung besteht darin, heute schon an morgen zu denken, ohne zu wissen, wie dieses Morgen konkret aussieht. Wer Flexibilität, Nachversicherungsoptionen und Dynamik konsequent berücksichtigt, schafft Verträge, die langfristig tragen und den Kundinnen und Kunden echte Sicherheit bieten

Zum nächsten Beitrag dieser Reihe: Kein Drama bei den Gesundheitsangaben

Titelbild: © Kai Schmied

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Autor
Kai Schmied, Versicherungsmakler und BU-Experte beim Finanzteam 26

Kai Schmied

Kai Schmied ist Versicherungsmakler, Geschäftsführer beim Finanzteam 26 und Dozent an der DHBW Heidenheim. Sein Fokus: Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Menschen – digital, ehrlich und verständlich erklärt. Auf Social Media gibt er Einblicke in Versicherungswissen mit Humor und Haltung.
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